WIENER SCHULE FÜR TRADITIONELLE CHINESISCHE MEDIZIN

Aktuelles aus Schule & Verein

Kurse/Veranstaltungen - Unsere nächsten Highlights

23/02/19

Chinesische Diagnostik und Arzneitherapie

5 Module, 19 Wochenenden inkl. e‐Learning, Spezialseminaren und Diplomprüfung

Diplom-Lehrgang | Gesamt (NEUER START Februar 2019!)  | 23.02.2019 - 08.11.2020 | Kursnr. 117 | 500 UE | Wien 

4-semestriger Diplomlehrgang - Voraussetzung zur Erlangung des ÖAK-Diploms Chinesische Diagnostik und Arzneitherapie. Die TCM mit ihrer ganzheitlichen Ausrichtung und der individuellen Rezepturverschreibung in der Arzneitherapie wird weltweit erfolgreich eingesetzt.  Dieses Medizinsystem mit 2.000 Jahren dokumentierter Tradition sowie moderner Forschung können auch Sie erlernen und praktzieren - Folder...


Europäische Arzneipflanzen und TCM, Tradition-Wissenschaft-Integration

4 Module, 17 Wochenenden inkl. e‐Learning, Kräuterexkursion und Diplomprüfung

Diplom-Lehrgang  (NEUER START Februar 2019!)  | 23.02.2019 - 09.01.2021 | Kursnr. 224 | 429 UE | Wien 

4‐semestriger Diplomlehrgang - Voraussetzung zur Erlangung des WSTCM-Diploms „Westliche Arzneipflanzen und TCM“.Die TCM hat ihr spezifisches System der Diagnostik und Klassifikation der Arzneipflanzen bis heute bewahrt und kontinuierlich entwickelt. Die rationale moderne europäische Phytotherapie ist heute mehr in der Wissenschaft verortet und orientiert sich an der konventionellen Klinik - Folder...


11/01/19

"Kräuter intensiv" für Gesundheitsberufe

Zertifizierte Phytoberatung nach TCM 

Diplom-Lehrgang (NEU im Programm!)  | 11.01.2019 - 29.06.2019 |Kursnr. 223 |100 UE | Wien 

Kompakter Weiterbildungslehrgang für Menschen aus Gesundheitsberufen und Interessierte. Pflanzliche Arzneien werden zunehmend zur Linderung von Beschwerden und als Begleitung anderer Therapiemethoden von Laien und auch Fachpersonen im Gesundheitsbereich eingesetzt - Folder...


Vorträge unserer Referentinnen in anderen Institutionen

Ganzheitliche Therapie und Salutogenese Masterlehrgang am FH-Campus Wien

Frau Dr. Krassnig GF der WSTCM ist als Referentin tätig und kann auch dort Ihre langjährige Erfahrung einbringen!

Weiter Infos: Folder


Themen zu denen wir Stellung nehmen

25/11/18

Am 24./25.11. ist ein Artikel im „Der Standard“ erschienen der unter einer höchst fragwürdigen Überschrift „Ein TCM-Kraut, das krankmacht“ unrichtige Inhalte verbreitet hat.

Mehrere TCM-Experten und Gesellschaften haben eine gemeinsame Stellungnahme dazu verfasst, die wir hier umgehend an Sie weiterleiten. Sie können sie gerne auch ausdrucken und Ihren Klienten, Patienten und Apotheken-Kunden zur Verfügung stellen.

Wir bitten um folgende Richtigstellung zum Standard-Artikel vom 24/25.11.18: Ein TCM-Kraut, das krankmacht, der zu großer Verunsicherung der in Österreich behandelten TCM Patienten führen kann.

Sie schreiben im Untertitel, dass „ die Osterluzei in der traditionellen chinesischen Medizin oft eingesetzt wird“.

Richtig ist, dass Aristolochia clematitis die heimische Osterluzei ist und in der chinesischen Medizin überhaupt nie verwendet wurde, weil sie in China gar nicht vorkommt (Quelle: Flora of China, Missouri Botanical Gardens). Auch ein Blick in Wikipedia hätte darüber Klarheit verschaffen können.

Andere Arzneidrogen dieser Gattung wurden und werden auch heute noch in China in geringem Umfang verwendet. In Europa ist die Toxizität von Pflanzen der Gattung Aristolochia seit bald 40 Jahren bekannt und hat dazu geführt, dass diese Pflanzen nie nach Österreich und Deutschland eingeführt wurden.

Eine belgische „Gewichtsreduktionsklinik“ verwendete in den 1980/90er Jahren irrtümlich Radix Aristolochiae fangchi (guang fangji) mangels korrekter Identifizierung anstelle der diuretisch wirkenden Arznei Radix Stephaniae tetandrae (han fangji) aufgrund des ähnlichen chinesischen Namens. Diese Verwechslung wäre mikroskopisch sofort erkennbar gewesen. Zusätzlich wurde diese Arznei völlig irrational und nicht im Rahmen der chinesischen Medizintheorie gemeinsam mit starken Entwässerungsmitteln (u.a. Azetazolamid) verabreicht. Dieser „Cocktail“ verursachte zahlreiche tragische Fälle von Nephrotoxizität und einige Todesfälle, die im Lancet bereits 1993 publiziert wurden.

Seither wird dieser Fall wieder und wieder aufgerollt, obwohl die TCM Therapie in Österreich seit langem nach strengsten Kriterien geregelt ist, um solche Vorfälle zu vermeiden. Alle TCM-Arzneien sind apothekenpflichtig und dürfen nur nach Magistraliter-Rezeptur eines Arztes abgegeben werden.

Die österreichischen Apotheken werden von Großhändlern mit chinesischen Arzneien aus zuverlässigen, staatlich kontrollierten Betrieben der VR China beliefert und überprüfen die Arzneien auf deren Identität, aber auch auf Pestizide (inkl. Herbizide), Aflatoxine, mikrobielle Verunreinigungen und Schwermetallgehalt. Dadurch wird in Österreich und Deutschland eine hohe Qualität an Arzneien und damit ein Optimum an Sicherheit geboten.

Dringend abgeraten wird vom Kauf von Billigarzneien und chinesischen Mischpräparaten aus dem Internet, da diese oft weder auf Identität, noch auf Reinheit überprüft sind und meist über Firmen, die keine Zulassung für pharmazeutische Produkte haben, als „Nahrungsergänzungsmittel“ vertrieben werden.

Um die Arzneimittelsicherheit besser zu überwachen, wurde in Deutschland das Centrum für Therapiesicherheit in der Chinesischen Arzneimitteltherapie (CTCA) gegründet, an dem auch die Österreichische Gesellschaft für Akupunktur und die Wiener Schule für TCM mitarbeiten. Sämtliche Nebenwirkungen unter Chinesischer Arzneimitteltherapie können der CTCA gemeldet werden.

Durch Evaluierung und Überprüfung der gemeldeten Daten und Aufklärung, sowie durch Information an die verschreibenden TCM Ärzte wird große Therapiesicherheit gewährleistet.

Bereits 2007 berichtete DER STANDARD über die Toxizität von Rd. Aristolochia und schloss: Die einzige Art, legal Medikamente auf den Markt zu bringen, sind auf ärztlichen Verschreibungen beruhende Mischungen, die ausschließlich in Apotheken abgegeben werden müssen.

(derstandard.at/2718769/Gute-Kraeuter-schlechte-Kraeuter Printausgabe, Andrea Niemann, 8.1.2007)

Dass die im Artikel des aktuellen Standards erwähnte Aristolochia clematidis tragischer Weise als Verunreinigung von selbstangebauten Getreide am Balkan zu Urothelkarzinomen führt, darf mit der traditionellen chinesischen Medizin, wie sie in Österreich von kompetenten, gut ausgebildeten Ärzten mit Ärztekammerdiplom praktiziert wird, nicht in Zusammenhang gebracht werden.

Wir sind betroffen über diese für den Leser irritierende Darstellung, die, durch den von Ihnen gewählten Titel im falschen Kontext, für die TCM, als eine von der WHO anerkannte Heilmethode, potentiell rufschädigend ist und möchten nochmals klarstellen, dass Pflanzen der Aristolochia-Gattung von österreichischen TCM Ärzten nicht verwendet werden.

Dr. Karin Stockert: Präsidentin der Österreichischen Gesellschaft für Akupunktur

Dr. Verena Baustädter: Leitung der Wiener Schule für TCM, Vizepräsidentin des CTCA Berlin

Prof. Dr. Andrea Zauner-Dungl: Zentrum für Trad. Chin. Medizin, Donau- Universität Krems

Univ.Prof. Dr. Peter Panhofer: Lehrstuhl für Komplementärmedizin mit Schwerpunkt TCM, Sigmund Freud Universität Wien

MMag. Erich Stöger: Mitglied der Arbeitsgruppe TCM: Europäisches Arzneibuch, Co-Autor der Materia Medica: Chinese Herbal Medicine (Eastlandpress, Seattle)

In diesem Sinne danken wir allen Kolleginnen und Kollegen für Ihren Einsatz!


19/11/18

Geplante Gesetzesänderung bezüglich Komplementärmedizin ist vorerst vom Tisch!

Der zu Recht von vielen Seiten kritisierte Gesetzesantrag zur Änderung des Ärztegesetzes, der die Komplementärmedizin im ärztlichen Tätigkeitsbereich einzementieren wollte, wurde fallengelassen, bzw. “zur weiteren Besprechung hintangestellt“. Nun ist die Drohung der möglichen beruflichen Beschränkung für qualifizierte Therapeut/innen und Practioners vom Tisch.

Mehr unter: * https://www.news.at/a/aerztegesetz---hartinger-klein-steigt-auf-die-bremse-10468279

Nichts desto trotz plädieren wir für klare Regelungen und Vorgaben, mit dem Potenzial die Ausbildung und Tätigkeit aller im Gesundheitsbereich Tätigen klar und transparent zu regeln!

Wir, die Wiener Schule für Traditionelle Chinesische Medizin (WSTCM) bieten seit über 20 Jahren fundierte und zertifizierte Weiter- und Gesundheitsbildung im ganzheitlichen Sinn und speziell auf der Basis der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM) nicht nur für ÄrztInnen, PharmazeutInnen, VeterinärmedizinerInnen, sondern auch für Personen aus Gesundheitsberufen an. Unser Ziel ist es, eine bessere Verankerung von Komplementärmedizin, insbesondere der TCM im Gesundheitssystem zu fördern und so ein qualitative Verbesserung in der Prävention und Behandlung zu erreichen.

Laura Latanza hat zu diesem Thema ein Interview für den ORF gegeben, erschienen in Zeit im Bild 1(15.11.2018) und 2 und im Mittagsjournal.

Nachzusehen und zu Hören unter * https://tvthek.orf.at/profile/ZIB-1/1203/ZIB-1/13995348/Aerztegesetz-Novelle -kommt-vorerst-nicht/14396887?meta=suggestion-segment


Die Quasi-Freigabe von Tigerknochen und Rhinozeros Hörnern ist von China vorerst wieder zurückgenommen worden!

Die weltweiten Proteste haben doch etwas bewirkt!! Für bedrohte Arten und die TCM ist das ein großer Erfolg. Wir danken allen Unterstützern für Ihren Einsatz! CTCA, WWF, Spiegel-online für die Bekanntmachung, MMag. Erich Stöger für seinen Einsatz und die Weiterleitung in viele Netzwerke Österreichs, Deutschlands und - last but not least- Chinas. Wir danken auch für die positiven, aufbauenden und unterstützenden Rückmeldungen auf unseren Protestbrief!

Mehr unter: * https://www.stimme.de/deutschland-welt/politik/dw/Handel-mit-Tiger-und-Nasho rnteilen-China-stoppt-Lockerung;art295,4112105
* https://diepresse.com/home/wirtschaft/economist/5528941/China-erlaubt-doch-k einen-Handel-mit-Tiger-und-Nashornteilen;


 

05/11/18

Tigerknochen und Rhinozeroshörner!

Reaktion auf Artikel in den diversen deutschen Medien:

http://www.spiegel.de/wissenschaft/mensch/china-erlaubt-handel-mit-nashorn-und-tigerprodukten-a-1235833.html

Unglaublich aber leider wahr: Die chinesische Regierung wird wieder die Vermarktung von Teilen artengeschützter Tiere wie Nashörner und Tiger erlauben.
Diese Entscheidung ist nicht nur kontraproduktiv und schädigend für die TCM weltweit sondern auch völlig unverständlich, außer man sieht ein, dass es hier um die Geschäftsinteressen einiger weniger Firmen mit Macht und Einfluss in der Politik geht.

Es war schon nicht möglich, das strikte Verbot, das seit fast 30 Jahren in Kraft war wirklich durchzusetzen, da die Wilderei und der illegale Handel (trotz hoher Strafen!) kaum in den Griff zu bekommen waren. Die Zukunft ist noch düsterer, der Artenschutz ist durchlöchert und es ist abzusehen, dass es zu einer rasanten Auslöschung ehemals geschützter Arten kommen wird.

Und das in einer Zeit, wo wir Menschen gerade dabei sind, unsere Mitbewohner auf der Erde brutal auszurotten (WWF: in den letzten 50 Jahren wurden 60% der Wirbeltiere getötet, verdrängt, vernichtet).

Wir sind weltweit sehr dankbar für das Wissen der TCM, das wir erfolgreich anwenden können. Diese in keinster Weise von Sachverstand und Humanität zeugende Entscheidung der chinesischen Regierung ist ein furchtbarer Schlag für uns alle.

Wir, die TCM- Community in Österreich (TCM Ärztinnen, Ärzte, Therapeutinnenen, Therapeuten, Importeure und Apotheken) sprechen uns ausnahmslos gegen die illegale Verwendung geschützter Arten des Tier- und des Pflanzenreichs aus!

Wir respektieren den Artenschutz und halten uns an die CITES-Bestimmungen (Convention on International Trade in Endangerd Species).
Tigerknochen oder Rhinozeros- Hörner haben wir nie verwendet und werden das auch in Zukunft nicht tun!

Autoren:

Dr. Verena Baustädter (Wiener Schule für Traditionelle Chinesische Medizin)

MMag. Erich Stöger (Mitglied der Arbeitsgruppe TCM, Europäisches Arzneibuch)


09/18

TCM – Mittel kann Herz stolpern lassen - Evodia rutaecarpa enthält offenbar 2 Stoffe, die schwere Arrhythmien auslösen können

Reaktion in Form eines Leserbriefes auf Medizinartikel im Medical Tribune (Seite 7):

https://webkiosk.medonline.at/medical-tribune-19-2018/60165619

https://www.sciencedirect.com/science/article/pii/S1043661817310587?via%3Dihub

Angeregt durch den Artikel „TCM – Mittel kann Herz stolpern lassen - Evodia rutaecarpa enthält offenbar 2 Stoffe, die schwere Arrhythmien auslösen können“ möchten wir kurz und knapp die Problematik vom unkritischen Übertragen von westlich wissenschaftlicher Forschung auf die Traditionelle Chinesische Medizin erläutern.

Die Originalarbeit unter anderen vom Universitätsprofessor für Pharmakologie und Toxikologie an der Uni Wien Steffen Hering verfasst, beschreibt eine Versuchsanordnung mit den beiden aus der methanolischen Lösung von Wuzhuyu / Evodiae Fructus isolierten Inhaltsstoffen Dehydroevodamin und Hortiamin am offenen Herzen von anästhesierten Hunden und Kaninchen. Dabei waren schwere Arrhythmien zu beobachten. Abgesehen von der Grausamkeit der Versuchsanordnung stellt sich die Frage, ob die getroffenen Aussagen über die Wirkung von Einzelstoffen ein Versuch sind, die viel komplexer angelegte TCM in sogenannte "wissenschaftliche Begriffsschubladen" hineinzuzwingen. Die Traditionelle Chinesische Medizin arbeitet anders.

Die Übertragung der Resultate auf die TCM-Arzneitherapie ist weder zulässig noch sinnvoll. Leider wurde das Angebot aus Fachkreisen an Prof. Hering, hier durch Herstellung von Modellrezepturen und klinisch verwendeten Arzneiformen zur Klärung beizutragen, ob diese Inhaltstoffe dort überhaupt noch enthalten sind, nicht einmal beantwortet.

In der TCM werden weder isolierte Inhaltsstoffe noch Methylalkohol zur Extraktion verwendet. Eine Arzneimittelzubereitung in der TCM besteht aus Heilkräutern, die oft mittels traditioneller Verfahren aufbereitet (u.a. auch entgiftet) werden, diese Kräuter werden mit anderen Kräutern zu Rezepturen kombiniert und mindestens 2 x 20 Minuten in Wasser ausgekocht. Die TCM arbeitet mit gut identifizierten und Schadstoff- geprüften Arzneimittelndie in Fachapotheken abgegeben werden.

Eine exakte, von gut ausgebildeten Ärzt/innen oder Therapeut/innen durchgeführte individuelle Diagnose nach den Prinzipien der TCM ist für die erfolgreiche und sichere Anwendung aller Arzneimittel grundlegende Voraussetzung. Wuzhuyu / Evodiae Fructus ist nach der traditionellen Wirkdefinition warm und bewegend, daher darf es bei Menschen mit innerer Hitze nicht oder nur sehr vorsichtig angewendet werden.

In unserer langjährigen Erfahrung in Praxis und Lehre haben wir bei der Verwendung von Wuzhuyu noch nie das Problem Herzrhythmusstörungen erlebt. Durch die genaue Pulsdiagnose der TCM bei jeder Konsultation würde jede Unregelmäßigkeit sofort als Störung wahrgenommen werden.

Das CTCA ( Centrum für Therapiesicherheit der Chinesischen Arzneitherapie), eine seit 15 Jahren bestehende Expert/innen- Institution, die Zwischenfälle aber auch ungerechtfertigte Anschuldigungen gegen die TCM Arzneitherapie sammelt und untersucht, wurde ebenfalls bisher noch nie mit diesem Problem konfrontiert.
Wir danken der Medical Tribune für die Möglichkeit als Expert/innen der TCM unseren Standpunkt für Fachkreise darlegen zu können.

Sehr gerne stehen wir in Zukunft für Rückfragen zur Verfügung.

Eine ausführliche Stellungnahme von Dr. Wiebrecht (CTCA) zum Thema Evodia finden Sie unter

Für den Inhalt verantwortlich:
Dr. Verena Baustädter, Dr, Katharina Krassnig, ( Wiener Schule für TCM)
MMag. Erich Stöger (Mitglied der Arbeitsgruppe TCM, Europäisches Arzneibuch)

Antwort im Medical Tribune (Seite 14): https://webkiosk.medonline.at/medical-tribune-38-2018/62087568